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MCM: Alles zur deutschen Luxusmarke – Bedeutung, Geschichte, Preise

Henry Thomas Howard Thompson • 2026-06-28 • Gepruft von Sofia Wagner

Wer in den achtziger Jahren durch die Münchner Innenstadt bummelte, dem fiel vielleicht ein kleiner Laden mit feinen Lederaccessoires auf – die Geburtsstätte einer Marke, die heute in Asiens Metropolen und auf Instagram omnipräsent ist. MCM hat eine ungewöhnliche Reise hinter sich: vom bayerischen Traditionshaus zur koreanisch geführten Luxusmarke mit Schweizer Hauptsitz. Die drei Buchstaben stehen für mehr als ein Logo – sie erzählen von Aufstieg, einer Steueraffäre und einer gelungenen Wiederbelebung unter neuer Eigentümerin.

Gründungsjahr: 1976 ·
Ursprünglicher Name: Michael Cromer München ·
Hauptsitz: Zürich, Schweiz ·
Eigentümerin: Sung-joo Kim (Sungjoo Group) ·
Bekannt für: Taschen, Accessoires, Lederwaren ·
Preisklasse: 200–2.000 € (Taschen)

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Exakte Umsatzzahlen werden nicht öffentlich kommuniziert
  • Langfristige Konzernstrategie nach Gerüchten über möglichen Verkauf
  • Tatsächlicher Anteil des Second-Hand-Markts am Gesamtumsatz
  • Ausmaß der Steueraffäre der 1990er-Jahre im Detail
  • Hauptsitz in Zürich – genaue Gründe für die Verlegung sind nicht öffentlich
  • Umsatzanteil in Asien wird auf 70 % geschätzt, offizielle Zahlen fehlen
3Zeitleisten-Signal
  • 1976: Gründung in München (Fashionphile)
  • 2005: Übernahme durch die südkoreanische Sungjoo Group (Wikipedia)
4Wie es weitergeht
  • Weitere Expansion in den USA und im Nahen Osten
  • Stärkere Digitalstrategie und Social-Media-Präsenz
  • Mögliche strategische Partnerschaften für nachhaltige Materialien

Sechs Kennzahlen auf einen Blick – sie zeigen, wo MCM heute steht und wo die Schwerpunkte der Marke liegen.

Merkmal Wert
Gründungsjahr 1976
Gründungsort München
Eigentümerin Sung-joo Kim
Hauptsitz Zürich
Bekannteste Produkte Taschen und Rucksäcke
Umsatz (geschätzt) Über 500 Mio. € (2023)

Für was steht MCM?

Was bedeutet die Abkürzung MCM?

Die Abkürzung MCM hat zwei Lesarten. Ursprünglich stand sie für den Gründernamen Michael Cromer München. Nach der Übernahme durch die Sungjoo Group und der Neuausrichtung interpretierte die Marke die Buchstaben neu als „Modern Creation München“ (Fashionphile (Luxus-Reseller)). Die offizielle Website spricht von einer Marke, die „die goldene Ära Münchens mit Jetset- und Disco-Kultur“ verkörpere (MCM Worldwide (Offizielle Markenhistorie)).

  • 1976–2005: Michael Cromer München – der Gründer gab der Marke seinen Namen.
  • Seit 2005: Modern Creation München – ein zeitgemäßes Akronym, das den Neuanfang symbolisiert.

Der doppelte Name ist kein Zufall: Er spiegelt den Wandel von einer lokalen Münchner Manufaktur zu einer globalen Luxusmarke wider. Was dies bedeutet: Die Buchstaben MCM sind heute mehr Markenstatement als Abkürzung – sie stehen für Stil, nicht für den Firmensitz.

Geschichte von MCM

Gegründet 1976 von Michael Cromer in München, startete MCM als Manufaktur für hochwertige Lederaccessoires. In den achtziger Jahren expandierte die Marke rasant in internationale Metropolen wie New York, Los Angeles, Paris, Mailand, Brüssel, London und Madrid (Highsnobiety (Kultur- und Style-Magazin)).

  • 1980er: Internationale Expansion und Etablierung als Luxuslabel.
  • 1990er: Sichtbarkeit in der Hip-Hop-Kultur – Musiker trugen MCM-Taschen und -Gürtel (Highsnobiety).
  • 2000er: Steuerermittlungen gegen Gründer Michael Cromer führten zu finanziellen Problemen und einem Niedergang der Marke (Wikipedia).

Das Muster: MCM erlebte einen klassischen Aufstieg-und-Fall-Zyklus – und zwar noch bevor die Übernahme durch die Sungjoo Group der Marke eine zweite Chance gab.

Ist MCM eine Luxusmarke?

Warum gilt MCM als Luxusmarke?

Die klare Antwort lautet: Ja – MCM wird von Fachkreisen und im Handel durchgängig dem Luxussegment zugerechnet. Ein Online-Klassifizierungsportal für Designerstücke ordnet MCM als „luxury brand“ ein und verweist auf die hohe Nachfrage bei jungen Käuferinnen und Käufern (1stDibs (Luxus-Marktplatz für Design)). Die Marke selbst positioniert sich als „globaler Leder-Luxusanbieter“ (Acquia (Digital-Plattform mit MCM-Kundenfallstudie)).

Die Einordnung

MCM spielt in derselben Liga wie etablierte Lederhäuser – mit einem entscheidenden Unterschied: Während Marken wie Louis Vuitton auf eine kontinuierliche, jahrzehntelange Geschichte blicken, hat MCM einen klaren Bruch hinter sich, was das Markenimage sowohl belastete als auch neu belebte.

Preisniveau und Materialien

Die Preisklasse bestätigt die Luxus-Positionierung: Neue MCM-Taschen liegen je nach Modell zwischen 650 und über 1.500 US-Dollar (Weekly Lux Drop (Luxus-Preisratgeber)). In Europa sind die Preise aufgrund von Mehrwertsteuer und Vertriebsstruktur vergleichbar. Die Marke verwendet hochwertige Lederarten, das markante Cognac-Visetos-Monogramm ist ihr wiedererkennbarstes Markenzeichen.

  • Einstiegspreis Taschen: ca. 200 € (kleine Accessoires) bis 600 € (Einsteiger-Modelle).
  • Mittelklasse: 650–1.200 € (Tagesrucksäcke, mittlere Taschen).
  • Oberklasse: 1.200–2.000 € (Limited Editions, exklusive Leder).

Der Trade-off: Die Preise sind hoch, aber nicht auf dem Niveau der absoluten Spitzenmarken wie Hermès oder Chanel – MCM besetzt das Segment „zugänglicher Luxus“ für eine jüngere Zielgruppe.

Wem gehört MCM heute?

Wer ist Sung-joo Kim?

Seit 2005 gehört MCM der koreanischen Unternehmerin Sung-joo Kim, die das Unternehmen über ihre Sungjoo Group erwarb (Wikipedia (Markenlexikon)). Kim ist eine international erfahrene Geschäftsfrau, die zuvor für Unternehmen wie Goldman Sachs und LVMH gearbeitet hatte. Sie führte MCM durch eine grundlegende Restrukturierung: Die Produktion wurde modernisiert, das Design aktualisiert und der Hauptsitz nach Zürich verlegt.

Die Eigentümerin betonte in Interviews immer wieder, dass sie die deutschen Wurzeln der Marke bewahren wolle – die kreative Leitung blieb nach der Übernahme zunächst in Deutschland.

Die Übernahme durch die Sungjoo Group

Die Sungjoo Group mit Sitz in Südkorea ist ein Mischkonzern, der neben MCM auch in den Bereichen Retail und Luxusgüter investiert ist. Die Übernahme markierte einen Wendepunkt: MCM war zuvor finanziell stark angeschlagen, die Steuerermittlungen gegen den Gründer hatten das Unternehmen fast ruiniert. Unter koreanischer Führung erfolgte 2006 die Neulancierung in Berlin (Wikipedia (Markenlexikon)).

Fazit: Sung-joo Kim ist die zentrale Figur hinter der Wiederbelebung von MCM. Sie hat aus einer insolvenzbedrohten deutschen Manufaktur eine global agierende Luxusmarke geformt. Für Investorinnen und Markenbeobachter: die Erfolgsgeschichte einer gelungenen Restrukturierung. Für Verbraucher: eine Marke mit klarem deutschen Ursprung, aber entscheidendem asiatischem Kapital.

Für eine Marke, die ihren deutschen Ursprung betont, ist die asiatische Führung ein entscheidender Faktor.

Warum ist die Marke MCM so teuer?

Material- und Verarbeitungsqualität

MCM setzt auf hochwertige Lederarten und eine aufwendige Verarbeitung. Das bekannteste Material ist das beschichtete Cognac-Leinengewebe mit dem Visetos-Monogramm – eine Mischung aus Leder und beschichteter Baumwolle, die für Langlebigkeit sorgt. Die limitierten Kollektionen verwenden zusätzlich exklusive Leder wie Kalbsleder oder Reptilleder.

  • Visetos-Monogramm: robust, wasserabweisend, pflegeleicht.
  • Lederqualität: überwiegend pflanzlich gegerbtes Rindsleder.
  • Limitierte Auflagen: erhöhen die Exklusivität und den Preis.

Markenimage und Exklusivität

Der Preis wird nicht nur durch Material und Verarbeitung bestimmt. MCM investiert stark in Marketing und Prominente als Markenbotschafter. Die Marke ist auf Prominenten wie Rihanna, Kylie Jenner und G-Dragon sichtbar – eine Strategie, die vor allem in Asien aufgeht: Rund 70 Prozent des Umsatzes erzielt MCM in Asien (Wikipedia (Markenlexikon)).

Die Konsequenz: Der hohe Preis ist zu etwa gleichen Teilen Materialqualität und Imagepflege. Käufer zahlen für das Cognac-Monogramm, das auf der Straße sofort als Luxus erkennbar ist.

Was ist die Zielgruppe von MCM?

Altersgruppen

Die Kernzielgruppe von MCM sind modebewusste Erwachsene zwischen 20 und 40 Jahren. Eine Analyse der Käuferstruktur zeigt, dass die Generation Z einen wachsenden Anteil der Kundschaft ausmacht (Jewel Cafe (Mode- und Trendportal)).

  • Gen Z (ca. 20–30): Affinität zu Streetwear, Logomania, Instagram-Ästhetik.
  • Junge Erwachsene (30–40): Berufstätig, kaufkräftig, suchen Qualität und Status.
  • Ältere Zielgruppen: weniger vertreten – MCM wirkt bewusst jugendlich.

Prominente als Markenbotschafter

MCM setzt auf prominente Gesichter, um die Marke in der Zielgruppe zu verankern. Rihanna wurde mehrfach mit MCM-Taschen fotografiert, ebenso die Kardashian-Jenner-Familie. In Südkorea ist der K-Pop-Star G-Dragon ein langjähriger Markenbotschafter – ein strategischer Schachzug, um den für MCM wichtigen asiatischen Markt zu bedienen.

Der Haken

Die starke Abhängigkeit von Promi-Marketing birgt ein Risiko. Sollte eine prominente Person in Ungnade fallen oder der Hype um bestimmte Influencer nachlassen, könnte dies direkt auf den Absatz der Marke durchschlagen.

Die Abhängigkeit von Prominenten bleibt eine strategische Wette.

Zeitleiste der Markenentwicklung

  • – Gründung von MCM in München durch Michael Cromer (Fashionphile).
  • – Übernahme durch die koreanische Sungjoo Group unter Sung-joo Kim (Wikipedia).

Das Zeitleisten-Signal: Der Abstand zwischen Gründung und Übernahme beträgt fast 30 Jahre – die eigentliche Wachstumsgeschichte von MCM als globale Marke begann aber erst nach 2005 unter koreanischer Führung.

Bestätigte Fakten und offene Fragen

Bestätigte Fakten

  • MCM wurde 1976 in München gegründet (Highsnobiety (Kultur- und Style-Magazin)).
  • Eigentümerin ist Sung-joo Kim (Sungjoo Group) (Wikipedia (Markenlexikon)).
  • MCM positioniert sich als Premium-Luxusmarke (1stDibs (Luxus-Marktplatz)).

Was unklar ist

  • Exakte Umsatzzahlen werden nicht öffentlich kommuniziert.
  • Langfristige Strategie nach möglichem Verkauf? – Im Raum stehen Gerüchte über einen Exit der Sungjoo Group.
  • Anteil des Second-Hand-Markts am Gesamtumsatz – die Nachfrage auf Resale-Plattformen ist hoch, aber die Marke selbst gibt keine Zahlen bekannt.
  • Auswirkungen der Steuerermittlung der 1990er-Jahre auf die heutige Markenwahrnehmung in Deutschland.
  • Konkrete Nachhaltigkeitskennzahlen – die 2020er-Kollektionen sind ein Schritt, aber es fehlen unabhängige Zertifikate.
  • Hauptsitz in Zürich – genaue Gründe für die Verlegung sind nicht öffentlich.
  • Umsatzanteil in Asien wird auf 70 % geschätzt, offizielle Zahlen fehlen.

Die offenen Fragen zeigen, dass die Marke trotz Erfolgs nicht vollständig transparent ist.

Stimmen zur Marke

„MCM steht für eine Marke, die Individualität und Qualität schätzt – sie spricht Menschen an, die ihren eigenen Stil leben und dabei nicht auf hochwertige Verarbeitung verzichten wollen.“

– MCM-Präsidium, zitiert in der Acquia-Kundenfallstudie zur Digitalstrategie (Acquia (Digital-Plattform))

„Die Marke hat sich über mehr als 45 Jahre als ein anhaltendes Icon etabliert – mit Wurzeln in der goldenen Ära Münchens und einer globalen Vision für die Zukunft.“

– MCM Worldwide (Offizielle Markenhistorie) (MCM Worldwide (Offizielle Seite))

„MCM erzielte auf dem Höhepunkt seiner frühen Popularität rund 250 Millionen US-Dollar Umsatz und betrieb 250 Filialen weltweit.“

– Wikipedia-Eintrag zu MCM Worldwide (Wikipedia (Markenlexikon))

Das Echo: Die drei Stimmen zeigen die verschiedenen Ebenen der Markenwahrnehmung – internes Selbstverständnis, externe Geschäftszahlen und die digitale Positionierung. Auffällig ist, dass die deutsche Presse in den verfügbaren Quellen kaum zitiert wird, obwohl MCM eine deutsche Gründungsgeschichte hat.

Fazit: Was bleibt von MCM?

MCM ist heute eine global aufgestellte Luxusmarke, die ihren deutschen Ursprung als Alleinstellungsmerkmal nutzt, aber wirtschaftlich und strategisch längst asiatisch geprägt ist. Die Wiederbelebung durch Sung-joo Kim ist eine der bemerkenswertesten Restrukturierungen im Luxussegment – aus einer angeschlagenen Münchner Manufaktur wurde ein Unternehmen mit Milliardenumsatz und weltweiter Präsenz. Für deutsche Verbraucher, die die Marke aus den 1990er-Jahren noch als „Hip-Hop-Label“ kennen, ist die heutige Positionierung vielleicht überraschend. Der Trade-off ist klar: Wer MCM heute kauft, erwirbt nicht nur eine Tasche, sondern ein Stück Markengeschichte, das in Asien neu geschrieben wurde. Für modebewusste Käufer in Deutschland bleibt die Frage: ein Stück Münchner Erbe oder eine koreanische Luxusmarke mit deutschem Etikett? Die Antwort bestimmt der Geldbeutel.

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Ähnlich wie MCM hat sich auch Ralph Lauren als Luxusmarke von bescheidenen Anfängen zu einem globalen Modeimperium entwickelt.

Häufig gestellte Fragen

Wo kann man MCM-Produkte kaufen?

MCM-Produkte sind im eigenen Online-Shop, in Marken-Boutiquen sowie bei ausgewählten Luxus-Kaufhäusern und Franchise-Partnern erhältlich (Acquia (Digital-Plattform)). Der Vertriebsweg kombiniert direkt betriebene Stores mit einem Franchise-Netzwerk.

Gibt es MCM Outlets in Deutschland?

Ja, MCM betreibt in Deutschland mehrere Outlet-Stores, unter anderem in Zweibrücken und Metzingen. Die Preise liegen dort je nach Saison 30 bis 50 Prozent unter dem regulären Verkaufspreis.

Ist MCM nachhaltig?

Im Jahr 2020 lancierte MCM nachhaltige Kollektionen und Kooperationen mit Künstlern, die auf umweltfreundlichere Materialien setzen. Unabhängige Zertifikate wie eine B-Corp-Zertifizierung liegen bislang nicht vor. Die Nachhaltigkeitsbemühungen sind erkennbar, aber noch nicht umfassend.

Wie erkenne ich eine echte MCM Tasche?

Echte MCM-Taschen haben eine gleichmäßige und saubere Visetos-Prägung, eine hochwertige Innenverarbeitung mit Markenlabel und eine Seriennummer, die sich auf der offiziellen Website überprüfen lässt. Die Beschläge sind schwer und matt, nicht glänzend und billig.

Was kostet eine MCM Tasche durchschnittlich?

Der Durchschnittspreis für eine neue MCM-Tasche liegt zwischen 650 und 1.200 Euro. Limitierte Modelle oder Größen aus exklusivem Leder können bis zu 2.000 Euro kosten (Weekly Lux Drop (Luxus-Preisratgeber)).

Werden MCM Produkte im Sale angeboten?

Ja, MCM führt zwei Sale-Saisonen pro Jahr (Sommer und Winter) sowie Outlet-Angebote. Die Rabatte liegen meist zwischen 20 und 40 Prozent. Die begehrtesten Modelle sind im Sale jedoch oft schnell ausverkauft.

Sind MCM Rucksäcke beliebt?

Ja, MCM-Rucksäcke gehören zu den meistverkauften Produkten der Marke. Das Modell „Stark Backpack“ in Cognac-Visetos ist ein Bestseller und wird auf Resale-Plattformen wie Vestiaire Collective und Rebelle häufig gehandelt.

Hat MCM einen eigenen Online-Shop?

Ja, MCM betreibt unter mcmworldwide.com einen eigenen Online-Shop mit Lieferung nach Deutschland und vielen weiteren Ländern. Der Shop bietet die komplette Kollektion, exklusive Online-Angebote und einen Kundenservice per Chat und Telefon (Acquia (Digital-Plattform)).



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